Informationen zu "Terre d'ombre pour grand orchestre et sons électroniques partition"
Komponist/Autor: Tristan Murail
Epoche: 20./21. Jahrhundert
Verlag: Editions Henry Lemoine
Verlagsnummer: L28046
EAN: 9790230980463
ISMN: M-2309-8046-3
Beschreibung
Im Denken eines Komponisten ist der Begriff der Methode von zentraler Bedeutung. Zu Beginn dieses Werkes wird mit einer Anfangsfigur zunächst musikalisches Material präsentiert, das nach einer Pause anders wieder aufgegriffen wird. Nach und nach tauchen melodische Linien auf, die ihrerseits das Ergebnis einer Transformation oder Verzerrung des Anfangsmaterials sind. Der Diskurs ist in ständiger Mutation begriffen. In diesem klanglichen Fluss spielen die Klangfarben eine zentrale Rolle. Das Orchester wird auf raffinierte Weise eingesetzt, zum Beispiel in Form von Stafetten (Noten derselben Melodie werden nacheinander an verschiedene Instrumente gegeben), die subtile Variationen in Farbe und Beleuchtung erzeugen. Die orchestrale Textur nimmt eine seltsame, noch nie dagewesene Dimension an, da einige Blasinstrumente einen Viertelton tiefer als die Standardstimmung gestimmt sind. Die Hälfte der Flöten, Oboen, Klarinetten, Hörner und Trompeten sind auf diese Weise "verstimmt", um Klänge zu erzeugen, die aus spektraler Sicht als "gestimmt" gelten. Die Notwendigkeit, dem Orchester elektronische Klänge hinzuzufügen, entwickelte sich erst im Laufe der Arbeit des Komponisten. Wie in zahlreichen früheren Werken (Time and Again, 1985, La Dynamique des fluides, 1990-1991, Le Partage des eaux, 1996...) werden "die elektronischen Klänge live gespielt, um die Klangtexturen zu bereichern, die Stimmung zu verdeutlichen und ganz allgemein leere Stellen im Orchester zu kompensieren".